13.11.2009 - 14.11.2009 Weissenhäuser Strand
In diesem Jahr fand zum ersten Mal das Plage Noire in der Ferienanlage am Weissenhäuser Strand statt. 2.300 Besucher waren angereist, um sich auf drei Bühnen und in einem Filmsaal über 20 Bands, sowie Lesungen und Filmvorführungen anzusehen und zu hören.
Die Anlage des Weissenhäuser Strandes erwies sich als geradezu genial. Kurze Wege zu allem was man so braucht: guter Musik, Literatur, Einkaufsläden, Restaurants, Kinderbetreuung, Streichelzoo, Ponyreiten, Schwimmbäder, Wellness, nette Hotelzimmer und Apartments, keine Dixies und nicht zu vergessen der Strand… Und - im November besonders wichtig – fast alles im Trockenen.
Freitag:
Um 17 Uhr wurde das Festival im großen Festzelt von MONO INC. eröffnet. Die Band um Frontmann MARTIN ENGLER sorgte mit altbekannten Songs und Auszügen aus ihrem neuen Album „Voices Of Doom“ gleich für gute Stimmung. Dann folgten die Bands Schlag auf Schlag. MONO INC. wurden um 19 Uhr von FUNKER VOGT abgelöst. Das Elektroprojekt aus Hameln, mit einem Stammplatz unter den großen der Elektroszene, brachte das Publikum eine knappe Stunde lang zum Schwitzen. Um 21 Uhr füllte sich das Zelt mit Fans von APOPTYGMA BERZERK, welche die Menge zum kochen brachten. Um 23 Uhr begannen ASP mit ihrem Konzert und die Stimmung kochte über und das Zelt füllte sich immer weiter. ASP und ihre Fans feierten eine ganz große und ausgelassene Party.
Mit ruhigeren Tönen wurde um 18 Uhr der Konzertsaal Witthüs eröffnet. PERSEPHONE ließen leisere, aber deswegen nicht minder beeindruckende Klänge erklingen. Die Band um die Frontsängerin SONJA KRAUSHOFER verzauberten ihre Zuhörer düsterer und sinnlicher Musik. Das änderte sich aber Schlagartig als OSWALD HENKE mit FETISCH: MENSCH die Bühne betraten. Exzessiv, provokant und ehrlich sind die passenden Beschreibungen für den Auftritt des verehrten Herrn HENKE. Ja, und spätestens bei ROTERSAND, bestehend aus RASCAL NIKOC und dem Musiker GUNTHER GERL war es mit der Ruhe ganz vorbei. RASCAL NIKOV dimmte zu Beginn das Licht auf ein Minimum, so dass leider nicht mehr viel zusehen war, doch die musikalische Darbietung verblasste dabei nicht.
Im benachbarten BalticFestsaal gaben sich ab 18:30 Uhr die Bands IN THE NURESRY, AND ALOS THE TREES, RABENSCHREY die Ehre - eine durchweg entspannte Mischung mit viel Gefühl und Liebe fürs Detail. Mit ANNE CLARK als Headliner stand mal wieder ein Urgestein des Elektro auf der Bühne und wurde von den Fans bejubelt.
Unterdessen konnte man sich im Rondell ab 17 Uhr Filme ansehen, wie zum Beispiel Underworld oder den original Dracula aus den 30ern. Ab 22 Uhr las MARKUS HEITZ aus „Vampire, Vampire“, seiner „wissenschaftlichen“ Abhandlung über den Mythos Vampir und gab einen exklusiven ersten Einblick in sein neuestes Werk „Judassohn“, das im nächsten Jahr erscheinen wird.
Im Anschluss an die Lesung, konnte man dem Autor noch allerhand Fragen stellen, die gerne und sehr ausführlich beantwortet wurden und sich das ein oder andere Autogramm geben lassen. Das ist übrigens auch das ganze Wochenende über bei diversen Autogrammstunden einzelner Bands und Künstler möglich gewesen. Ein Buchverkauf war Seitens des Veranstalters leider nicht vorgesehen.
Ab 1 bzw. 2 Uhr öffneten sich im Witthüs und dem Baltic Festsaal dann die Türen zur Aftershop Party mit DJ ALEXX BOTOX, für die Elektro-, Industrial- und EBM-Liebhaber, und DJ MIE & MIKE JOYCE, für den dunklen Darkwave, Gothic und Batcave.
Hier noch mal ein Überblick über die einzelnen Bühnen am Freitag:
Zeltbühne
17:00 Uhr MONO INC.
19:00 Uhr FUNKER VOGT
21:00 Uhr APOPTYGMA BERZERK
23:00 Uhr ASP
Witthüs
18:00 Uhr PERSEPHONE
20:00 Uhr FETISCH:MENSCH
22:00 Uhr ROTERSAND
23:30 Uhr CLIENT
BalticFestsaal
18:30 Uhr IN THE NURSERY
20:30 Uhr AND ALSO THE TREES
22:30 Uhr RABENSCHREI
00:00 Uhr ANNE CLARK
Rondell
17:00 Uhr Filmvorführungen
22:00 Uhr Lesung MARKUS HEITZ
Samstag:
Der Samstag begann sehr besucherfreundlich erst ab 13:00 Uhr mit einem, wie zu erwarten, gut besuchten Meet & Greet mit ASP. Im Anschluss konnten die Fans noch bei einem Fotoshooting von ASP zuschauen. Ab 14 Uhr las OSWALD HENKE im gut gefülltem Witthüs mit solcher Inbrunst aus seinen Werken, dass leider das Mikrofon ausfiel und gegen ein Handmikrofon ausgetauscht werden musste, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Um 16:30 Uhr übernahm EMILIE AUTUMN den „Lesesaal“. Umringt von ihren Fans las auch sie gut zwei Stunden aus ihren Werken. Nach diesem etwas ruhigeren Start, von gelegentlichen „Aufmunterern“ von OSWALD HENKE mal abgesehen, wurde der Tag nun wieder lauter.
Im Anschluss an die zwei Lesungen wurde im Witthüs ein kleiner Catwalk errichtet, auf dem eine Modenschau von NOTABILITY TRASH den Zuschauern mit viel nackter Haut, edlen Zwirnen und gewagten Posen den Abend versüßte.
FIDDLER‘S GREEN eröffneten den zweiten Festival Tag im Festzelt. ALBI, RAINER, STEFAN, TOBAS, FRANK und PAT, die ihre Musik selbst als „Irish Independent Speedfolk“ bezeichnen, legten einen gelungenen Start für den Samstag hin - gefolgt von den ziemlich lauten und grandiosen CORVUS CORAX, die schon gleich zu Beginn ihr Publikum mitrissen. In leicht abgewandelter Besetzung, nach dem Ausstieg von PATRICK, JORDON und ARDOR, gaben CORVUS CORAX zu verstehen, dass sich an ihrer Musik nichts geändert hat.
Im Anschluss wurde es dann auch auf der Zeltbühne etwas leiser. DEINE LAKAIEN entführten das Publikum wieder in die Akustik-Welt ihres Schaffens. Die eingehende Stimme ALEXANDER VELJANOVS, getragen von den Klaviertönen von ERNST HORN bereitete zeitweise starke Gänsehaut. Den Abschluss des Abends auf der Zeltbühne stellten LONDON AFTER MIDNIGHT dar. Die vier „schrägen“ Typen aus Los Angeles rockten das Zelt bis zum Limit.
Unterdessen ging es im Baltic Festsaal elektronisch weiter. Um 18:20 Uhr heizten DIN (A) TOD dem Publikum ein. Im Anschluss daran füllten die Fans der Berliner Band SOLITARY EXPIERIMENTS den Saal und sangen und tanzten mit Ihrer Band und Frontmann DENNIS SCHOBER, die einen grandiosen Auftritt hinlegten. Um 20:45 folgte dann RABIA SORDA, das Soloprojekt von ERK AICRAG (HOCICO) und stellte die Fensterscheiben des Raumes und die Ohren der Zuschauer auf eine harte Probe.
Ab 22.15 Uhr betraten dann KIRLIAN CAMERA die Bühne und es wurde wieder ruhiger. Die Italiener um Frontmann ANGELO BERGAMINI, die es seit 1980 in dieser Formation gibt, spielte eine bunte Mischung aus alten und neuen Songs. Headliner des Abends im „kleinen Saal“ waren BLUTENGEL. Unter der Führung von CHRIS POHL wurde eine düstere Show mit viel nackter Haut zum aktuellen Album „Schwarzes Eis“ dargeboten.
Um 00:00 Uhr startete im Raum Witthüs die Aftershowparty feat. Return of the Living Dead (Electronix, EBM, Industrial, Classix). Ab 2 Uhr fing dann das Kontrastprogramm in dem benachbarten BalticFestsaal mit der zweiten Aftershowparty feat. Return of the Living Dead (Goth Classics, Dark Wave, Batcave, Mediaeval, Heavy & Gothic Metal) an.
Hier nun der Überblick über die einzelnen Bühnen am Samstag:
Zeltbühne
17:00 Uhr FIDDLERS GREEN
19:00 Uhr CORVUS CORAX
21:00 Uhr DEINE LAKAIEN
23:00 Uhr LONDON AFTER MIDNIGHT
Witthüs
14:00 Uhr Lesung O. HENKE
16:30 Uhr Lesung E. AUTUM
20:15 Uhr Fashion Show NOTABLY TRASH
BalticFestsaal
18:20 Uhr DIN (A) TOD
19:15 Uhr SOLITARY EXPIERIMENTS
20:45 Uhr RABIA SORDA
22:15 Uhr KIRLIAN CAMERA
00:00 Uhr BLUTENGEL
Rondell
12:00 Uhr 1. Filmvorführung
13:00 Uhr Meet & Greet with ASP
15:00 Uhr Filmvorführung zu jeder vollen Stunde
21:00 Uhr letzte Filmvorführung
Alles in allem war das Plage Noire ein äußerst gelungenes Festival, das richtig viel Spaß gemacht hat. Wir sind schon sehr auf das nächste Jahr gespannt. Der neue Termin steht leider noch nicht fest, aber es wird auf alle Fälle wieder ein Plage Noire in der Anlage des Weissenhäuser Strandes geben und wir drücken die Daumen für ein erneut gutes Gelingen.
Homepage:
www.plagenoire.de
Finstergruende und
Hermine [20.11.09]